Schopenhauer ist mein Feind. Ich kenne ihn zwar nur vom Hörensagen und er ist lange vor meiner Geburt gestorben, trotzdem polemisiert er gegen mich. Wie seinerzeit gegen Hegel. Hegel und ich… Der Gedanke amüsiert mich. Ich verschiebe ihn auf später. Jedenfalls erfährt Schopenhauer eine tragische Wiedergeburt in Gestalt von C., mit dem ich zum sonntäglichen Laufen in der Hasenheide verabredet bin. Weiterlesen »
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Kollege H. ist gestorben. Kein Kollege von mir, aber von einem Bekannten. Der arbeitet in einer kleinen Softwarebude mit vielleicht zehn Leuten, jetzt nur noch neun. Man sollte sich also kennen. Nicht nur den Namen, sondern auch Privates. H. ist allerdings recht unbemerkt gestorben.
Zumindest wurde die Leiche erst Tage später entdeckt. Auf Arbeit haben sich die Kollegen auch nur ein bisschen gewundert, warum er nicht kommt. Generell macht man sich dort eher weniger Gedanken über die Anderen. Jeder ist schlicht mit seinen Aufgaben beschäftigt. Eine unpersönliche Männerwirtschaft. Weiterlesen »
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Ich habe mir einen Nerv im Nacken verklemmt. Im Schlaf! Ich wachte mitten in der Nacht auf und konnte mich nicht mehr bewegen. Jedenfalls nicht ohne Schmerzen. Zwecks unwachen Zustands konnte ich auch keinen klaren Gedanken fassen. Tetrazepam wäre zum Beispiel so ein Gedanke. Hilft normalerweise prima. Wenn es mir denn eingefallen wäre. Ich wickelte mir also die Decke um den Hals, um den verspannten Nacken warm zu halten – und schlief schwitzend und mit Umdrehversuchsunterbrechungen weiter. Weiterlesen »
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Nach der Wende, Mitte der Neunziger Jahre, wurde schon einmal versucht für die Luisenstadt, im Rahmen eines Wettbewerbs, eine städtebauliche Lösung zu finden. Der damalige Siegerentwurf verschwand auf Nimmerwiedersehen.
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Der Rom ist gar keiner. Er ist einfach ein Rumäne, mit einer Frau und drei Kindern. Ich lerne, nicht jeder Obdachlosenzeitungen verkaufende Rumäne gehört der Ethnie der Roma an. Deutsch spricht er nicht, dafür verdammt gut Italienisch. Ich leider nicht. Er versteht aber mein mühsames Spanisch-Italienisch-Gemisch und ist offensichtlich glücklich, dass jemand mit ihm spricht.
Seine Geschichte sprudelt geradezu aus ihm heraus. Die Familie wohnt in einer Unterkunft, für die er 300 EUR monatlich bezahlen muss. Die versucht er durch den Verkauf von Obdachlosenzeitungen zu erwirtschaften. Das macht er an sechs Tagen die Woche von Ladenöffnung um 9 Uhr morgens bis Ladenschließung um 20 Uhr. Trotzdem reicht es oft nicht mal für das Essen.
Die Kinder beklagen sich. Er wolle aber nicht zappzerapp machen, erklärt er mit Nachdruck. Zappzerapp? Non cacpisco. Er redet, gestikuliert, seine Mimik drückt Abscheu aus. Ich verstehe “stehlen” und bin erleichtert. Wieder ein Vorurteil ausgeräumt. Ich frage ihn, ob er irgendeinen Beruf hat. Er habe in Italien auf dem Bau gearbeitet. In Deutschland finde er aber keine Arbeit. Kein Wunder, denke ich, alles fest gefroren und eingeschneit. Die Sprache sei auch ein großes Problem, sagt er. So geht es mir auch, ich kann ihm nicht mal sagen, dass mir zwar jetzt gerade nichts einfällt, ich mir aber Gedanken machen werde.
Das nächste Mal bringe ich ihm mein altes Italienisch-Deutsch Lexikon mit. So, jetzt brauchen wir nur noch eine Schule für die zwei älteren Kinder, eine Kita für das Jüngste, ärztliche Versorgung für die schwangere Frau ohne Krankenschein, einen geregelten Job für ihn und Deutschkurse für alle.
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Ich will shoppen. Neukölln oder Friedrichstraße ist die Frage. Ich lasse das Bus-Roulette entscheiden. Eigentlich sollte in einer Minute ein M41 Richtung Hauptbahnhof kommen. Tut er aber erwartungsgemäß nicht. Ich spähe die Straße hinunter in die andere Richtung. Stelle mich mehr auf die Kreuzung um besser sehen zu können. Links kein Bus, rechts kein Bus. Die Kugel rollt. Weiterlesen »
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Vor dem Bioladen meines Vertrauens steht seit einiger Zeit immer ein Rom und bietet eine Obdachlosenzeitung feil. Er steht nicht direkt vor der Tür und versucht nicht die Aufmerksamkeit der Kunden zu erregen. Das erregt meine Aufmerksamkeit. Er sieht nett aus. Um die 40, groß gewachsen, Jeans – nett und normal. Er steht dort auch im schlimmsten Schneetreiben und bei heftigen Minusgraden, tritt frierend von einem Fuß auf den anderen. Spricht niemanden an. Weiterlesen »
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Bei eisigen Temperaturen, aber schneefreien Straßen fahre ich mit dem Rad zum Einkaufen in die LPG. Auf dem Kopf die gute Russenshapka aus falschem Hasen. Wärmt so gut wie ein echter. Lässt sich unter dem Kinn zubinden, so dass die Ohren warm bleiben. Schön sieht das nicht aus. Egal, man muss Prioritäten setzen: warm oder schön. Auf dem Mäuerchen um die LPG sitzt eine Gruppe Halbstarker, die mich mustern und meine Anfahrt kommentieren. Mir egal. Weiterlesen »
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Der Sellout-Wahnsinn geht weiter, am nächsten Wochenende haben wir nochmal geöffnet! Es
gibt neue Kunst, Mode und Geschenke, natürlich auch wieder eine aufgefüllte Bar. Kreative
und einzigartige Weihnachtsgeschenke auf den letzten Drücker, sowie Sofas zum
Glühweinseligen versacken und kompetente fachliche Beratung gibts nicht im Alexa, sondern
nur bei uns!
Öffnungszeiten
Fr., 18.12 ab 18 Uhr
Sa., 19.12 von 13 – 22 Uhr
Adresse:
Schönleinstr.26
U-Bhf Schönleinstraße (U8)
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